Aktenvernichter P4: 8 Modelle der Sicherheitsstufe 4 im Vergleich
Acht Geräte mit dem verbreiteten Standard für Kontoauszüge, Rechnungen und Gehaltsabrechnungen – verglichen nach Partikelmaß, Leistung und Folgekosten.

Sicherheitsstufen
Welche Stufe zu Ihren Unterlagen passt und was die Partikelgrößen bedeuten
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Kurz beantwortet
Die DIN 66399 kennt für Papier sieben Sicherheitsstufen, P-1 bis P-7. Für Haushaltspost mit persönlichen Daten gilt P-4 (Partikel bis 160 mm², Breite bis 6 mm) als verbreitete Empfehlung, für Gesundheits- und Mandantendaten P-5 (bis 30 mm², Breite bis 2 mm). Je kleiner die Partikel, desto schwerer die Rekonstruktion.
Die Sicherheitsstufe entscheidet darüber, ob geschredderte Unterlagen tatsächlich unlesbar sind, und sie ist wichtiger als die Blattzahl. Seit der Norm DIN 66399 wird die Feinheit des Schnitts in sieben Stufen von P-1 bis P-7 beschrieben. Je höher die Zahl, desto kleiner die Papierreste und desto schwerer lässt sich ein Dokument rekonstruieren.
Diese Übersicht erklärt die Stufen, zeigt die Zuordnung zu Schutzklassen und führt zu den Detailseiten. Die Norm selbst ist nicht frei verfügbar, die hier genannten Maße entsprechen der verbreiteten Darstellung der Stufen für Papier (Materialklasse P).
Die Stufen für Papier unterscheiden sich in der erlaubten Streifenbreite und der Partikelfläche. Die folgende Grafik zeigt alle Stufen im Direktvergleich.
Quelle: DIN 66399-2 (Materialklasse P, Papier). Sicherheitsstufen ausführlich erklärt
Als Faustregel gilt: P-1 bis P-3 sind Streifenschnitte, bei denen ein Mensch mit Geduld Text zusammensetzen könnte. Ab P-4 entstehen Partikel, das Papier wird also quer und längs geschnitten. Ab P-5 liegen die Teile im Bereich weniger Quadratmillimeter, was die Rekonstruktion praktisch ausschließt.
Die Zahl der Partikel pro A4-Blatt macht die Unterschiede greifbar. Sie lässt sich selbst rechnen: Die Fläche eines A4-Blatts beträgt 62.370 mm², geteilt durch Breite mal Länge des Partikels.
| Beispiel | Partikelmaß | Fläche | Partikel pro A4 |
|---|---|---|---|
| P-4, Leitz IQ Home Office P4 | 4 × 28 mm | 112 mm² | rund 557 (Datenblatt: 560) |
| P-4, LMG Germany Autofeed | 4 × 12 mm | 48 mm² | rund 1.300 |
| P-5, Leitz IQ Office P5 | 2 × 15 mm | 30 mm² | rund 2.080 |
| P-7, HSM Securio B24 | 1 × 5 mm | 5 mm² | rund 12.470 |
Der Sprung von P-4 zu P-5 vervielfacht die Teilchenzahl grob um den Faktor vier. Zwischen zwei P-4-Geräten kann die Teilchenzahl dennoch stark schwanken, etwa 557 beim 4 × 28-mm-Schnitt gegenüber rund 1.300 beim 4 × 12-mm-Schnitt. Der Begriff Partikel pro Blatt ist daher ein nützliches Zusatzmerkmal innerhalb einer Stufe.
Die Norm ordnet die Stufen drei Schutzklassen zu, die den Schutzbedarf der Daten beschreiben.
| Schutzklasse | Schutzbedarf | Empfohlene Stufen | Typische Unterlagen |
|---|---|---|---|
| 1 | normal | P-1 bis P-3 | Werbung, interne Notizen, Prospekte |
| 2 | hoch | P-3 bis P-5 | Verträge, Kontoauszüge, personenbezogene Daten |
| 3 | sehr hoch | P-4 bis P-7 | Gesundheits-, Mandanten-, Geheimdaten |
Für personenbezogene Daten gilt P-4 als verbreitete Empfehlung. Die DSGVO nennt selbst keine Stufe, sondern verlangt angemessene technische und organisatorische Maßnahmen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Aktenvernichter und DSGVO.
Beachten Sie: Die Stufe gilt immer nur für Papier. CDs, Karten und Festplatten gehören zu anderen Materialklassen und brauchen entsprechende Geräte. Wer Karten und CDs gelegentlich mitvernichten möchte, findet in der Liste für CD und Kreditkarte passende Modelle.
Der häufigste Fehler ist, eine Stufe zu unterschätzen, weil das Gerät als Kreuzschnitt beworben wird. Kreuzschnitt ist ein Schnittbild, aber keine Stufe. Ein Kreuzschnitt kann P-3 oder P-4 sein, entscheidend ist die Partikelfläche. Bei Rexel Momentum X308 etwa nennt die Tabelle P-3 bei 5 × 42 mm, was gut für allgemeine Post, aber knapp für Kontoauszüge ist. Prüfen Sie also immer die Stufenangabe in der Produktbeschreibung und, falls keine vorhanden ist, vermeiden Sie das Gerät für sensible Unterlagen. Mehrere Amazon-Basics-Modelle nennen keine Stufe, deshalb bewertet unsere Matrix sie mit einem Mittelwert von 5 Punkten.
Die Verteilung zeigt, wo der Markt seinen Schwerpunkt hat: Von 58 Geräten schneiden 36 nach P-4, 9 nach P-5 und 2 nach P-7. Dazu kommen fünf Geräte mit P-2, je eines mit P-1 und P-3 und vier Geräte, deren Hersteller keine Stufe nennt. Für P-6 enthält der Datenbestand kein Gerät. Wer also P-6 sucht, landet praktisch bei P-7 oder bei einem Dienstleister. P-4 und P-5 sind damit die Bereiche, in denen Sie die größte Auswahl und die meisten Vergleichsmöglichkeiten haben.
Acht Geräte mit dem verbreiteten Standard für Kontoauszüge, Rechnungen und Gehaltsabrechnungen – verglichen nach Partikelmaß, Leistung und Folgekosten.
Neun Geräte für Gesundheits-, Mandanten- und Geschäftsdaten – und die ehrliche Antwort, wann P-5 für Ihre Unterlagen zu viel des Guten ist.
Zwei Geräte der höchsten Papierstufe – und die offene Antwort, warum P-5 für die meisten Leser die bessere Wahl bleibt.
4 Fragen, 30 Sekunden: Sicherheitsstufe und passende Geräte finden
Für normale Haushaltspost mit Namen, Adressen und Kontodaten gilt P-4 als verbreitete Empfehlung. Wer zusätzlich Gesundheitsunterlagen vernichtet, wählt P-5. Eine feste gesetzliche Vorgabe für Privatpersonen gibt es nicht.
Die Schutzklasse (1 bis 3) beschreibt den Schutzbedarf Ihrer Daten, die Sicherheitsstufe (P-1 bis P-7) die Feinheit des Schnitts. Die Norm ordnet jeder Schutzklasse mehrere passende Stufen zu.
Nein, P gilt nur für Papier. Für optische Datenträger gilt die Materialklasse O, für Festplatten H und für elektronische Speicher E. Dafür brauchen Sie spezielle Geräte oder einen Dienstleister.