Sicherheitsstufen

Sicherheitsstufen im Überblick

Welche Stufe zu Ihren Unterlagen passt und was die Partikelgrößen bedeuten

Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir

Kurz beantwortet

Die DIN 66399 kennt für Papier sieben Sicherheitsstufen, P-1 bis P-7. Für Haushaltspost mit persönlichen Daten gilt P-4 (Partikel bis 160 mm², Breite bis 6 mm) als verbreitete Empfehlung, für Gesundheits- und Mandantendaten P-5 (bis 30 mm², Breite bis 2 mm). Je kleiner die Partikel, desto schwerer die Rekonstruktion.

Inhalt
  1. Die sieben Stufen von P-1 bis P-7
  2. Wie viele Partikel entstehen pro A4-Blatt?
  3. Welche Stufe brauche ich für welche Unterlagen?
  4. Ausführliche Seiten zu den Stufen
  5. Kurzratgeber: Entscheidungsregeln
  6. Typische Fehlkäufe
  7. Weiter im Vergleich
  8. Wie verbreitet sind die Stufen im Datenbestand?

Die Sicherheitsstufe entscheidet darüber, ob geschredderte Unterlagen tatsächlich unlesbar sind, und sie ist wichtiger als die Blattzahl. Seit der Norm DIN 66399 wird die Feinheit des Schnitts in sieben Stufen von P-1 bis P-7 beschrieben. Je höher die Zahl, desto kleiner die Papierreste und desto schwerer lässt sich ein Dokument rekonstruieren.

Diese Übersicht erklärt die Stufen, zeigt die Zuordnung zu Schutzklassen und führt zu den Detailseiten. Die Norm selbst ist nicht frei verfügbar, die hier genannten Maße entsprechen der verbreiteten Darstellung der Stufen für Papier (Materialklasse P).

Die sieben Stufen von P-1 bis P-7

Die Stufen für Papier unterscheiden sich in der erlaubten Streifenbreite und der Partikelfläche. Die folgende Grafik zeigt alle Stufen im Direktvergleich.

StufeMax. PartikelflächeZusatzTypischer Einsatz
P-1≤ 2.000 mm²Streifen ≤ 12 mmAllgemeines Schriftgut, Werbung
P-2≤ 800 mm²Streifen ≤ 6 mmInterne Unterlagen ohne Personenbezug
P-3≤ 320 mm²Streifen ≤ 2 mmSensible Unterlagen mit geringem Risiko
P-4≤ 160 mm²Breite ≤ 6 mmPersonenbezogene Daten: Kontoauszüge, Verträge
P-5≤ 30 mm²Breite ≤ 2 mmSensible Daten: Gesundheit, Mandanten, Personal
P-6≤ 10 mm²Breite ≤ 1 mmGeheim zu haltende Daten
P-7≤ 5 mm²Breite ≤ 1 mmHöchste Geheimhaltung

Quelle: DIN 66399-2 (Materialklasse P, Papier). Sicherheitsstufen ausführlich erklärt

Als Faustregel gilt: P-1 bis P-3 sind Streifenschnitte, bei denen ein Mensch mit Geduld Text zusammensetzen könnte. Ab P-4 entstehen Partikel, das Papier wird also quer und längs geschnitten. Ab P-5 liegen die Teile im Bereich weniger Quadratmillimeter, was die Rekonstruktion praktisch ausschließt.

Wie viele Partikel entstehen pro A4-Blatt?

Die Zahl der Partikel pro A4-Blatt macht die Unterschiede greifbar. Sie lässt sich selbst rechnen: Die Fläche eines A4-Blatts beträgt 62.370 mm², geteilt durch Breite mal Länge des Partikels.

BeispielPartikelmaßFlächePartikel pro A4
P-4, Leitz IQ Home Office P44 × 28 mm112 mm²rund 557 (Datenblatt: 560)
P-4, LMG Germany Autofeed4 × 12 mm48 mm²rund 1.300
P-5, Leitz IQ Office P52 × 15 mm30 mm²rund 2.080
P-7, HSM Securio B241 × 5 mm5 mm²rund 12.470

Der Sprung von P-4 zu P-5 vervielfacht die Teilchenzahl grob um den Faktor vier. Zwischen zwei P-4-Geräten kann die Teilchenzahl dennoch stark schwanken, etwa 557 beim 4 × 28-mm-Schnitt gegenüber rund 1.300 beim 4 × 12-mm-Schnitt. Der Begriff Partikel pro Blatt ist daher ein nützliches Zusatzmerkmal innerhalb einer Stufe.

Welche Stufe brauche ich für welche Unterlagen?

Die Norm ordnet die Stufen drei Schutzklassen zu, die den Schutzbedarf der Daten beschreiben.

SchutzklasseSchutzbedarfEmpfohlene StufenTypische Unterlagen
1normalP-1 bis P-3Werbung, interne Notizen, Prospekte
2hochP-3 bis P-5Verträge, Kontoauszüge, personenbezogene Daten
3sehr hochP-4 bis P-7Gesundheits-, Mandanten-, Geheimdaten

Für personenbezogene Daten gilt P-4 als verbreitete Empfehlung. Die DSGVO nennt selbst keine Stufe, sondern verlangt angemessene technische und organisatorische Maßnahmen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Aktenvernichter und DSGVO.

Ausführliche Seiten zu den Stufen

Kurzratgeber: Entscheidungsregeln

  • Wenn auf den Papieren Name, Anschrift und Kontonummer stehen, dann wählen Sie mindestens P-4.
  • Wenn Sie Arztbriefe, Mandantenakten oder Personalunterlagen vernichten, dann nehmen Sie P-5 und prüfen Ihre Pflichten im Berufsrecht.
  • Wenn es um Verschlusssachen oder Geschäftsgeheimnisse mit hohem Schaden geht, dann kommen P-6 oder P-7 oder ein zertifizierter Dienstleister infrage, siehe Aktenvernichtung per Dienstleister.
  • Wenn nur Prospekte und Werbung anfallen, genügt P-2 oder P-3, und ein Aufsatzgerät reicht.

Beachten Sie: Die Stufe gilt immer nur für Papier. CDs, Karten und Festplatten gehören zu anderen Materialklassen und brauchen entsprechende Geräte. Wer Karten und CDs gelegentlich mitvernichten möchte, findet in der Liste für CD und Kreditkarte passende Modelle.

Typische Fehlkäufe

Der häufigste Fehler ist, eine Stufe zu unterschätzen, weil das Gerät als Kreuzschnitt beworben wird. Kreuzschnitt ist ein Schnittbild, aber keine Stufe. Ein Kreuzschnitt kann P-3 oder P-4 sein, entscheidend ist die Partikelfläche. Bei Rexel Momentum X308 etwa nennt die Tabelle P-3 bei 5 × 42 mm, was gut für allgemeine Post, aber knapp für Kontoauszüge ist. Prüfen Sie also immer die Stufenangabe in der Produktbeschreibung und, falls keine vorhanden ist, vermeiden Sie das Gerät für sensible Unterlagen. Mehrere Amazon-Basics-Modelle nennen keine Stufe, deshalb bewertet unsere Matrix sie mit einem Mittelwert von 5 Punkten.

Weiter im Vergleich

Wie verbreitet sind die Stufen im Datenbestand?

Die Verteilung zeigt, wo der Markt seinen Schwerpunkt hat: Von 58 Geräten schneiden 36 nach P-4, 9 nach P-5 und 2 nach P-7. Dazu kommen fünf Geräte mit P-2, je eines mit P-1 und P-3 und vier Geräte, deren Hersteller keine Stufe nennt. Für P-6 enthält der Datenbestand kein Gerät. Wer also P-6 sucht, landet praktisch bei P-7 oder bei einem Dienstleister. P-4 und P-5 sind damit die Bereiche, in denen Sie die größte Auswahl und die meisten Vergleichsmöglichkeiten haben.

Häufige Fragen

Welche Sicherheitsstufe ist für zu Hause ausreichend?

Für normale Haushaltspost mit Namen, Adressen und Kontodaten gilt P-4 als verbreitete Empfehlung. Wer zusätzlich Gesundheitsunterlagen vernichtet, wählt P-5. Eine feste gesetzliche Vorgabe für Privatpersonen gibt es nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Schutzklasse und Sicherheitsstufe?

Die Schutzklasse (1 bis 3) beschreibt den Schutzbedarf Ihrer Daten, die Sicherheitsstufe (P-1 bis P-7) die Feinheit des Schnitts. Die Norm ordnet jeder Schutzklasse mehrere passende Stufen zu.

Gelten die Stufen auch für CDs und Festplatten?

Nein, P gilt nur für Papier. Für optische Datenträger gilt die Materialklasse O, für Festplatten H und für elektronische Speicher E. Dafür brauchen Sie spezielle Geräte oder einen Dienstleister.

Quellen

  1. DIN 66399 – Vernichtung von Datenträgern: Sicherheitsstufen und Schutzklassen (Infocenter Aktenvernichtung)
  2. BSI: IT-Grundschutz
  3. Verordnung (EU) 679/2016 (DSGVO), Volltext bei EUR-Lex
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