
Glossar
Sicherheitsstufe (DIN 66399)
Die Sicherheitsstufe verrät in einer einzigen Zahl, wie fein ein Aktenvernichter Ihr Papier zerlegt.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Definition
Eine Sicherheitsstufe nach DIN 66399 gibt an, wie stark ein Gerät Datenträger zerkleinert. Sieben Stufen reichen von grob (1) bis kaum rekonstruierbar (7). Bei Papier schreibt man P-1 bis P-7; mit steigender Zahl schrumpft die erlaubte Partikelfläche von 2.000 auf 5 mm².
Inhalt
Was bedeutet Sicherheitsstufe bei Aktenvernichtern?
Die Sicherheitsstufe ist die Zahl hinter dem Buchstaben der Materialklasse. Bei Papier lautet das Kürzel P-1 bis P-7. Jede Stufe legt zwei Grenzen fest: die größte zulässige Fläche eines Schnipsels und eine maximale Streifenbreite. Wer also „P-4“ liest, weiß sofort, dass kein Partikel größer als 160 mm² sein darf.
Wichtig ist die Trennung zweier Fragen. Die Sicherheitsstufe beschreibt die Maschine. Wie sensibel Ihre Unterlagen sind, bestimmen Sie dagegen über die Schutzklasse. Erst beides zusammen ergibt die richtige Kaufentscheidung. Geregelt ist das alles in der DIN 66399.
Welche Stufe passt zu welcher Schutzklasse?
| Schutzklasse | Schutzbedarf | Empfohlene Stufen (Papier) |
|---|---|---|
| 1 | normal, interne Daten | P-1 bis P-3 |
| 2 | hoch, vertraulich und personenbezogen | P-3 bis P-5 |
| 3 | sehr hoch, geheim, Berufsgeheimnisträger | P-4 bis P-7 |
Die Bereiche überlappen bewusst: Innerhalb einer Klasse entscheiden Sie nach Risiko und Aufwand.
Praxis: So wählen Sie die passende Stufe
- Wenn bei Ihnen vor allem Werbung, Prospekte und anonyme Notizen anfallen, genügt eine niedrige Stufe; ein Streifenschnitt-Gerät mit P-2 erledigt das.
- Wenn Kontoauszüge, Verträge, Arztbriefe oder Gehaltsabrechnungen dazukommen, gilt P-4 als verbreitete Empfehlung für personenbezogene Daten. Die DSGVO selbst nennt keine Stufe.
- Wenn Sie Mandanten-, Patienten- oder Steuerdaten bearbeiten und der Aufwand zumutbar ist, wählen Sie P-5 oder höher.
- Wenn Unterlagen wirklich geheim sind, bleiben nur die Hochsicherheitsstufen P-6 und P-7.
Die Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz nennt für personenbezogene Daten mit hohem Schutzbedarf mindestens Stufe 4. Abweichungen sind möglich, verlangen aber eine dokumentierte Risikobetrachtung.
Häufiger Irrtum: alte Stufenzahlen
Geräte aus der Zeit vor der DIN 66399 wurden nach der älteren DIN 32757-1 eingestuft. Deren „Stufe 3“ lässt sich nicht einfach mit P-3 gleichsetzen. Verlassen Sie sich deshalb bei Gebrauchtgeräten auf das Partikelmaß in Millimetern und rechnen Sie nach, statt der aufgedruckten Zahl zu trauen.
Kürzel auf dem Datenblatt richtig lesen
Seriöse Hersteller nennen die Stufe im Datenblatt und auf dem Gerät in der Form P-4. Verarbeitet ein Gerät weitere Materialien, folgen zusätzliche Kürzel mit eigener Zahl, etwa ein O für CDs oder ein E für elektronische Datenträger. Die Zahl hinter dem P gilt ausschließlich für Papier. Wer eine Kreditkarte vernichten möchte, prüft deshalb die passende Materialklasse und nicht die Papierstufe.
Ein zweiter Punkt betrifft die Kapazität. Mit steigender Stufe sinkt meist die Zahl der Blätter, die gleichzeitig durch das Schneidwerk passen: Das Leitz IQ Office P5 verarbeitet laut Datenblatt-Tabelle 10 Blatt, das P-7-Gerät HSM Securio B24 nur 4. Planen Sie bei einem Wechsel auf eine höhere Stufe also mehr Zeit pro Ordner ein.
Wer sich einen Überblick über passende Geräte verschaffen will, findet im Ratgeber zu den Sicherheitsstufen der DIN 66399 die vollständige Einordnung samt Entscheidungshilfe. Die Fläche, die jede Stufe zulässt, ist im Begriff Partikelgröße erklärt.
Häufige Fragen
Ist eine höhere Sicherheitsstufe immer besser?
Sie ist feiner, aber nicht automatisch sinnvoll. Höhere Stufen bedeuten kleinere Partikel, weniger Blätter pro Durchgang und meist mehr Verschleiß. Für typische Haushaltsunterlagen reicht P-4 aus.
Darf ich ein P-5-Gerät für Material nutzen, das nur P-3 verlangt?
Ja. Eine höhere Stufe erfüllt die niedrigere mit, denn die Partikel sind dann kleiner als gefordert. Nur der Mehraufwand an Zeit und Geräuschen entsteht unnötig.
Steht die Sicherheitsstufe immer auf dem Gerät?
Seriöse Datenblätter nennen sie mit Materialklasse, etwa P-4. Fehlt die Angabe und steht nur ein Partikelmaß wie 4 x 28 mm da, können Sie die Stufe selbst aus Breite und Fläche ableiten.



