
Glossar
Partikel pro Blatt
Aus einem einzigen Rechenschritt wird sichtbar, warum feine Stufen so viel sicherer sind.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Definition
Partikel pro Blatt ist die Zahl der Schnipsel, in die ein A4-Blatt zerfällt. Sie ergibt sich aus 62.370 mm² Blattfläche geteilt durch die Fläche eines Partikels. Ein Schnitt von 4 × 28 mm liefert rund 557 Teile, ein P-7-Schnitt von 1 × 5 mm gut 12.000.
Was bedeutet Partikel pro Blatt?
Die Kennzahl beantwortet eine anschauliche Frage: In wie viele Teile wird ein Blatt zerlegt? Sie erleichtert den Vergleich, weil die Partikelgröße allein, etwa „4 × 28 mm“, schwer vorstellbar ist. Ein A4-Blatt hat 210 × 297 mm, also 62.370 mm². Teilen Sie diese Fläche durch Breite mal Länge eines Partikels, erhalten Sie die rechnerische Zahl.
Die Zahl ist ein Näherungswert: Randstücke und gefaltete Blätter weichen davon ab. Als Vergleichsmaß zwischen Geräten ist sie dennoch gut geeignet. In unserer Modelltabelle führen wir sie als „Partikel/A4 rechn.“.
Rechenweg und Beispiele
| Partikel | Fläche | Rechnung | Teile je A4 (gerundet) |
|---|---|---|---|
| 4 × 38 mm | 152 mm² | 62.370 ÷ 152 | 410 |
| 4 × 28 mm | 112 mm² | 62.370 ÷ 112 | 557 (Tabelle: 560) |
| 4 × 12 mm | 48 mm² | 62.370 ÷ 48 | 1.300 |
| 2 × 15 mm | 30 mm² | 62.370 ÷ 30 | 2.079 (Tabelle: 2.080) |
| 1 × 5 mm | 5 mm² | 62.370 ÷ 5 | 12.474 (Tabelle: 12.470) |
Der Sprung von P-4 auf P-7 ist gewaltig: Aus 560 werden rund 12.470 Teile, das Verhältnis liegt bei etwa 22 zu 1. Wikipedia nennt als Mindestgrößen, die die Norm ohne Toleranz verlangt, 420 Teile für P-4, 2.100 für P-5 und 12.600 für P-7. Aus Nennmaßen gerechnete Werte können knapp darunter liegen (2.079 statt 2.100 bei P-5), weil die Norm die tatsächlich entstehenden Partikel mit Toleranzen bewertet und nicht die Nennrechnung.
Praxis: Wie Sie die Zahl nutzen
- Wenn zwei Geräte dieselbe Stufe haben, aber 410 gegenüber 1.300 Teile liefern, ist das zweite deutlich sicherer, auch wenn beide P-4 tragen. Sie zahlen dafür oft mit weniger Blatt pro Durchgang.
- Wenn Sie Haushaltsunterlagen vernichten, ist die Zahl ein guter Hinweis, ab wann sich der Mehrpreis lohnt. Für die Praxis genügt meist ein sauberer P-4-Schnitt.
- Wenn Sie viele Blätter schreddern, bedenken Sie das Volumen: Mehr Partikel pro Blatt heißt nicht automatisch weniger Behältervolumen.
Vorsicht bei Marketingaussagen: „über 2.000 Teile“ ohne Stufenangabe sagt wenig, wenn die Teile lang und schmal sind. Wichtig bleibt die Norm, nicht die Menge. Die Systematik der Stufen erklärt der Ratgeber Sicherheitsstufen nach DIN 66399.
Was die Zahl für die Rekonstruktion bedeutet
Stellen Sie sich ein Puzzle vor: Bei rund 560 Teilen ist das Zusammensetzen mit viel Geduld machbar, bei über 12.000 Teilen praktisch ein Dauerprojekt. Dazu kommt, dass die Teile aus vielen Blättern vermischt in einem Behälter liegen. Mehrere Seiten gleichzeitig zu schreddern, erschwert die Rekonstruktion zusätzlich.
Weiterführend: Partikelgröße liefert die Eingangszahl, Partikelschnitt und Mikroschnitt beschreiben die Schnittarten dahinter. Wie fein die oberen Stufen werden, zeigen P-5 und P-7.
Häufige Fragen
Wie berechne ich Partikel pro Blatt?
Teilen Sie 62.370 mm² durch die Fläche eines Partikels (Breite mal Länge). Bei 4 × 28 mm ergibt das rund 557.
Ist eine höhere Partikelzahl immer sicherer?
In der Regel ja, entscheidend bleibt aber die Sicherheitsstufe nach DIN 66399, die auch die Breite begrenzt.
Warum weicht die Zahl in der Tabelle leicht ab?
Wir runden auf die übliche Genauigkeit und verwenden die Herstellermaße. Der Rechenweg bleibt derselbe.



