
Glossar
Hochsicherheits-Aktenvernichter
Nur wenige Unterlagen verlangen Partikel in Stecknadelkopf-Größe, dafür gibt es eine eigene Geräteklasse.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Definition
Ein Hochsicherheits-Aktenvernichter schneidet Papier mindestens auf Stufe P-6, meist auf P-7, mit Partikeln von höchstens 5 mm². Er ist für die Schutzklasse 3 nach DIN 66399 gedacht, also für geheime Unterlagen und Berufsgeheimnisse.
Inhalt
Was bedeutet Hochsicherheits-Aktenvernichter?
Als Hochsicherheitsgerät gilt eine Maschine, die in die oberen Sicherheitsstufen der DIN 66399 fällt. Bei P-6 darf ein Partikel höchstens 10 mm² groß und 1 mm breit sein, bei P-7 höchstens 5 mm² bei ebenfalls 1 mm Breite. Die Norm ordnet diese Stufen der Schutzklasse 3 zu, die für geheime Daten und Berufsgeheimnisträger vorgesehen ist.
In unserer Modelltabelle tragen die Bauform „Hochsicherheit“ zwei Geräte, beide in P-7.
Zahlen im Vergleich
| Modell | Partikel (mm) | Partikel je A4 | Blatt | Behälter |
|---|---|---|---|---|
| HSM Securio B24 | 1 × 5 | rund 12.470 | 4 | 35 l |
| IDEAL 2445 | 0,8 × 5 | rund 15.590 | nicht angegeben | 35 l |
Zum Vergleich: Ein P-4-Gerät mit 4 × 28 mm liefert rund 560 Partikel pro Blatt. Die P-7-Maschinen kommen damit auf mehr als das Zwanzigfache. Genau diese Zahl macht die Rekonstruktion praktisch aussichtslos und erklärt auch, warum der Durchsatz sinkt: Mit 4 Blatt pro Durchgang braucht ein Stapel von 100 Seiten 25 Durchgänge.
Entscheidungshilfe: Brauchen Sie das wirklich?
Schutzklasse 3 verlangt nicht automatisch P-7. Laut der Norm sind für sie die Stufen P-4 bis P-7 vorgesehen. Die Wahl richtet sich nach dem Schaden bei Bekanntwerden und nach Ihrer internen Risikoeinstufung.
- Wenn Sie Berufsgeheimnisse verwahren (Anwaltsakten, Patientendaten, vertrauliche Gutachten), ist P-5 bis P-7 eine begründbare Wahl. Dokumentieren Sie die Entscheidung.
- Wenn es um Familienunterlagen geht, ist ein Hochsicherheitsgerät überdimensioniert. P-4 deckt die gängige Empfehlung für personenbezogene Daten ab.
- Wenn selten und wenig vernichtet wird, kann ein Dienstleister wirtschaftlicher sein als ein eigenes Gerät.
Ein typischer Stolperstein: Hochsicherheitsgeräte sind groß, schwer und nehmen wenige Blätter auf. Planen Sie Stellplatz, Strom und Leerungszyklen ein. Das Schnittgut ist sehr fein und staubt beim Entleeren.
Abgestuft vernichten spart Zeit
Nicht jedes Blatt in einem Haushalt oder Büro verlangt Stufe P-7. Wer vorsortiert, nutzt das Hochsicherheitsgerät nur für das, was es braucht. Beispiel: Von 1.000 Blatt sind 100 Blatt wirklich geheim. Mit 4 Blatt pro Durchgang sind das 25 Durchgänge im Hochsicherheitsgerät. Alle 1.000 Blatt dort zu vernichten, hieße 250 Durchgänge, also das Zehnfache. Der Rest geht in einen P-4-Schredder mit größerem Durchsatz.
Voraussetzung ist eine klare Regel, welche Unterlagen in welche Kiste kommen. Schreiben Sie diese Zuordnung auf, damit sie auch Kollegen nachvollziehen.
Weitere Gedanken zur Feinheit finden Sie unter Mikroschnitt und Partikelgröße. Eine Übersicht aller Geräte der obersten Stufe bietet Aktenvernichter P-7.
Häufige Fragen
Ab welcher Stufe spricht man von Hochsicherheit?
Üblicherweise ab P-6. Die Norm teilt P-6 und P-7 der Schutzklasse 3 zu, dort liegen die kleinsten Partikel.
Schreibt die DSGVO ein Hochsicherheitsgerät vor?
Nein. Die DSGVO nennt keine konkrete Sicherheitsstufe. P-4 gilt als verbreitete Empfehlung für personenbezogene Daten, höhere Stufen sind bei erhöhtem Risiko sinnvoll.
Wie viele Blatt schafft ein Hochsicherheitsgerät?
Nach unserer Datenbank etwa 4 Blatt pro Durchgang beim HSM Securio B24. Für den IDEAL 2445 liegt keine Angabe vor.



