
Glossar
Materialklasse O: Optische Datenträger
CDs und DVDs haben in der DIN 66399 eine eigene Klasse – mit Stufen, die nichts mit den Papierstufen zu tun haben.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Definition
Die Materialklasse O umfasst optische Datenträger wie CD, DVD und Blu-ray Disc. DIN 66399 teilt sie in die Stufen O-1 bis O-7. Die Stufe legt die größte erlaubte Fläche der Bruchstücke fest, von 2.000 mm² bei O-1 bis 0,2 mm² bei O-7.
Inhalt
Was bedeutet Materialklasse O?
Die DIN 66399 ordnet jedem Datenträger einen Buchstaben zu. Das O steht für optische Datenträger: CD, DVD und Blu-ray Disc. Anders als bei Papier geht es nicht um Streifenbreiten, sondern um die Fläche der Bruchstücke. Die Norm kennt sieben Stufen, die sich an der Materialklasse orientieren. Je höher die Zahl, desto kleiner müssen die Teile sein.
Die Stufen O-1 bis O-7
| Stufe | Größte Fläche eines Teils |
|---|---|
| O-1 | 2.000 mm² |
| O-2 | 800 mm² |
| O-3 | 160 mm² |
| O-4 | 30 mm² |
| O-5 | 10 mm² |
| O-6 | 0,5 mm² |
| O-7 | 0,2 mm² |
Die Zählweise gleicht der Sicherheitsstufe bei Papier: Je höher die Zahl, desto strenger die Vorgabe. Welche Stufe angemessen ist, bestimmt der Schutzbedarf der gespeicherten Daten.
Rechenbeispiel: Wie viele Teile ergibt eine CD?
Eine Standard-CD hat 120 mm Durchmesser und ein Mittelloch von 15 mm. Die Fläche beträgt π × (60² − 7,5²) ≈ 11.130 mm². Teilen Sie sie durch die erlaubte Teilfläche, erhalten Sie die Mindestzahl an Bruchstücken:
| Stufe | Rechnung | Mindestens |
|---|---|---|
| O-2 | 11.130 ÷ 800 | 14 Teile |
| O-3 | 11.130 ÷ 160 | 70 Teile |
| O-4 | 11.130 ÷ 30 | 371 Teile |
| O-5 | 11.130 ÷ 10 | 1.113 Teile |
Ein Papierschneidwerk, das eine CD nur in einige große Segmente zerlegt, erreicht damit höchstens die unteren Stufen. Erst viele kleine Stücke bringen Sie in den Bereich von O-4 und darüber.
Was alles unter O fällt
Zur Klasse zählen CD-ROM, CD-R, DVD und Blu-ray Disc. Beschreibbare CDs fassen laut Wikipedia 650 oder 700 MB, BDXL-Medien 100 bis 128 GB. Der Unterschied ist für die Vernichtung wichtig: Je höher die Speicherdichte auf derselben Scheibe, desto mehr Daten stecken in jedem einzelnen Bruchstück. Wer eine Blu-ray mit sensiblen Backups entsorgt, sollte deshalb eher eine höhere Stufe wählen als bei einer Foto-CD.
Worauf Sie zuhause achten sollten
- Von 58 Geräten in unserer Datenbank bieten zehn eine CD-Funktion. Eine O-Stufe nennt das Datenblatt dort nicht. Fragen Sie beim Hersteller nach, wenn Sie vertrauliche Daten vernichten.
- Stecken Sie keinen Finger in das Mittelloch. Das Handbuch des Assmann S7-CD ist hier deutlich.
- Wenn die Scheibe nur private Fotos trägt, genügt vielen das Zerkratzen und Entsorgen im Wertstoffhof. Wenn sie Kundendaten enthält, brauchen Sie ein Gerät mit nachweisbarer Stufe oder einen Dienstleister.
Nach der Vernichtung stellt sich die Frage nach den Resten. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass CDs und Co. nicht zum Elektroschrott gehören. Sie können in Sammelboxen von Elektromärkten oder auf Wertstoffhöfen abgegeben werden. Gerät und Reste sollten Sie deshalb getrennt vom Papier-Schnittgut halten.
Passende Geräte zeigt die Liste Aktenvernichter für CDs und Kreditkarten. Für magnetische Medien wie Kassetten lesen Sie weiter bei Materialklasse T.
Häufige Fragen
Zerkleinert ein normaler Aktenvernichter CDs auf O-Stufe 4?
Das hängt vom Gerät ab. Datenblätter nennen für CD-Geräte häufig nur ein „ja“, aber keine O-Stufe. Verlassen Sie sich auf eine ausdrückliche Angabe des Herstellers.
Wohin mit den Resten?
Laut Verbraucherzentrale gehören CDs nicht zum Elektroschrott. Sie können in Sammelboxen von Elektromärkten oder an Wertstoffhöfen abgegeben werden.
Reicht Zerkratzen der Oberfläche?
Für private Datenträger ohne sensible Daten kann das genügen. Bei vertraulichen Inhalten sollten Sie die Scheibe zerteilen, in Partikel nach einer O-Stufe.



