Akten vernichten lassen: Ablauf, Mengen und Anbieterwahl
So läuft die externe Aktenvernichtung ab, worauf es bei Norm, Vertrag und Nachweis ankommt und wann sich der Aufwand lohnt.

Altpapier & Entsorgung
Wer Papier richtig trennt, hält einen der besten Wertstoffkreisläufe Deutschlands sauber – auch bei Bons und Schredderschnipseln.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Kurz beantwortet
In die blaue Tonne gehören Papier, Pappe und Karton, aber keine Kassenbons, kein beschichtetes oder verschmutztes Papier. Das Umweltbundesamt meldet eine Altpapierrücklaufquote von 78,2 Prozent. Geschreddertes Papier wird meist als Altpapier akzeptiert, am besten in einer Papiertüte; die Regeln legt Ihre Kommune fest.
Papier ist der Abfall, den Haushalte und Büros am gleichmäßigsten produzieren: Post, Prospekte, Verpackungen, Kontoauszüge, Schnipsel aus dem Aktenvernichter. Gleichzeitig ist Altpapier einer der am besten funktionierenden Wertstoffkreisläufe Deutschlands. Damit das so bleibt, muss das Papier sauber getrennt in der richtigen Tonne landen.
Dieser Artikel erklärt, was in die blaue Tonne gehört, wie der Kreislauf zahlenmäßig aussieht und warum Sonderfälle wie Kassenbons, beschichtetes Papier und feine Partikel-Schnipsel Ärger machen. Am Ende finden Sie eine Checkliste. Wichtig vorab: Die Farbe der Tonne und manche Detailregeln legt Ihre Kommune fest; in Stuttgart etwa läuft das Altpapier laut Abfallwirtschaft über die grüne Tonne.
In die Altpapiertonne gehören Papier, Pappe und Karton und sonst nichts. Der Verwerter Lizenzero beschreibt es so: Die Tonne soll „nichts außer Papier, Pappe und Karton“ enthalten, Kunststofffolien und andere Rückstände sollten Sie vorher entfernen. Die Abfallwirtschaft Stuttgart nennt als typische Inhalte grafische Papiere wie Zeitungen, Büropapiere und sonstige Druckerzeugnisse sowie Verkaufsverpackungen aus Papier oder Karton.
Die folgende Übersicht fasst zusammen, wie kommunale Merkblätter häufige Grenzfälle einordnen.
| Material | Altpapier? | Begründung laut Quelle |
|---|---|---|
| Zeitungen, Prospekte, Büropapier, Briefe | Ja | Grafische Papiere gehören ins Altpapier (Abfallwirtschaft Stuttgart) |
| Kartons, Pappe | Ja, zerkleinert | Papier und Karton vor dem Einwurf zerkleinern (Merkblatt Altpapier, KWIN) |
| Kassenbons, Thermopapier | Nein, Restmüll | Chemischer Farbentwickler, Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA) |
| Wachspapier, beschichtetes Papier, To-go-Becher | Nein, Restmüll | Beschichtung stört die Aufbereitung (Merkblatt Altpapier, KWIN) |
| Fotopapier, Fotos | Nein, Restmüll | Merkblatt Altpapier, Karlsruhe, Lizenzero |
| Tapetenreste | Nein, Restmüll | Merkblätter KWIN und Karlsruhe |
| Verschmutzte Servietten, Küchenpapier, Papiertaschentücher | Nein, Restmüll | Verschmutzung und Hygiene (KWIN, Karlsruhe, Lizenzero) |
| Kohle- und Blaupapier | Nein, Restmüll | Eintrag im Karlsruher Abfall-ABC |
| Milch- und Saftkartons | Nein, Gelbe Tonne | Verbundkarton gehört zu den Leichtverpackungen (Lizenzero) |
Die Faustregel lautet: Alles, was sich mit Wasser zu einem Faserbrei auflösen lässt und nicht beschichtet, verschmutzt oder chemisch behandelt ist, ist Altpapier. Alles andere stört die Papierfabrik. Wie Ihre Kommune Randfälle regelt, steht im jeweiligen Abfall-ABC.
Deutschland sammelt den größten Teil seines Papierverbrauchs wieder ein und setzt das Altpapier überwiegend in der Papierindustrie ein. Das Umweltbundesamt beziffert den Pro-Kopf-Verbrauch an Papier, Pappe und Karton auf 190 Kilogramm, davon entfallen rund 105 Kilogramm auf private Haushalte. Die Altpapierrücklaufquote, also der Anteil des Verbrauchs, der als Altpapier zurückkommt, liegt laut UBA bei 78,2 Prozent. Die Papierindustrie erreicht eine Altpapiereinsatzquote von rund 84 Prozent: Von rund 19,2 Millionen Tonnen produziertem Papier bestanden etwa 16,1 Millionen Tonnen aus Altpapier.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Papierverbrauch pro Kopf | 190 kg | UBA, Altpapier |
| Davon private Haushalte | rund 105 kg pro Kopf | UBA, Altpapier |
| Altpapierrücklaufquote | 78,2 % | UBA, Altpapier |
| Altpapiereinsatzquote der Papierindustrie | rund 84 % | UBA, Altpapier |
| Altpapiereinsatz in der Papierproduktion | 16,1 von 19,2 Mio. t | UBA, Altpapier |
| Altpapier in Hygienepapieren | 39 % | UBA, Altpapier |
| Mindestanteil Frischfasern im Kreislauf | mindestens 20 % | UBA, Papier, Pappe, Kartonage |
Dass die Quote nicht bei 100 Prozent liegt, hat einen physikalischen Grund. Das UBA schreibt, dass in der Papierindustrie generell eine Frischfaserzufuhr von mindestens 20 Prozent benötigt wird, weil die Fasern bei Gebrauch und Recycling kürzer werden und verloren gehen. Eine Papiersorte lässt sich daher nicht unbegrenzt ohne Frischfasern im Kreis führen. Zeitungspapier besteht nahezu vollständig aus Altpapier, bei grafischen Papieren liegt der Anteil deutlich niedriger.
Rechnen wir mit dem UBA-Durchschnitt: Bei rund 105 Kilogramm Papierverbrauch pro Kopf kommt ein Vierpersonenhaushalt auf etwa 420 Kilogramm pro Jahr. Entspräche der Haushalt der durchschnittlichen Rücklaufquote von 78,2 Prozent, kämen davon rechnerisch rund 328 Kilogramm in der Altpapiersammlung an. Die restlichen gut 90 Kilogramm bleiben beim Verbraucher: Sie verschwinden in Archiven, werden als Hygienepapier verbraucht oder landen im Restmüll. Jede Fehlentsorgung in dieser Restmenge fällt also ins Gewicht.
Je sauberer das Altpapier gesammelt wird, desto weniger Aufwand entsteht in der Aufbereitung. Das UBA unterscheidet: Sortenrein erfasstes Altpapier, etwa aus Druckereien, braucht meist keine Aufbereitung, gemischt erfasstes Altpapier muss behandelt werden, um Störstoffe abzutrennen und die Sorten zu trennen. Maßgeblich für die Qualität sind Faserlänge, Weißgrad, Optik und Oberflächenbeschaffenheit. Jeder Joghurtbecher, jede beschichtete Verpackung und jeder Kassenbon in der Tonne bedeutet mehr Ausschuss.
Thermopapier gehört nach Empfehlung des Umweltbundesamtes in den Restmüll, nicht ins Altpapier. Das UBA schreibt: „Das UBA empfiehlt deshalb aus Vorsorgegründen, alle Thermopapiere im Restmüll zu entsorgen.“ Thermopapier enthält demnach etwa 0,5 bis 3 Prozent Farbentwickler, der bei Hitze die Schwarzfärbung auslöst. Häufig war das Bisphenol A (BPA), das EU-weit als besonders besorgniserregender Stoff eingestuft ist und hormonell wirkt. Für den Ersatzstoff Bisphenol S gibt es noch keine abschließende Bewertung.
Das Problem liegt im Recycling: Die Farbentwickler können sich im Altpapier verteilen und gelangen über Recyclingprodukte wie Toilettenpapier wieder zum Verbraucher. Weil Kennzeichnungen fehlen, können Verbraucher phenolhaltige und phenolfreie Bons nicht unterscheiden. Deshalb raten das UBA und kommunale Merkblätter wie das Karlsruher Abfall-ABC pauschal zum Restmüll.
Eine einfache Probe hilft bei der Einordnung: Fahren Sie mit dem Fingernagel kräftig über den Bon. Bleibt ein dunkler Strich, handelt es sich um Thermopapier (redaktioneller Hinweis; die Quellen nennen diesen Handgriff nicht).
Beschichtetes Papier gehört in den Restmüll, weil die Beschichtung die Fasertrennung stört. Das Merkblatt Altpapier der KWIN listet „Wachspapier, beschichtetes Papier (z. B. ToGo-Becher)“ als nicht erlaubt und verweist Wachs- und Fotopapier in den Restmüll. Auch die Stuttgarter Zeitung hält fest, dass beschichtetes Papier in den Restmüll gehört.
Geschreddertes Papier ist Papier und wird von vielen Kommunen im Altpapier akzeptiert, bereitet dort aber technische Probleme. Das Merkblatt der KWIN verlangt, Papier vor dem Einwurf zu zerkleinern, und das Karlsruher Abfall-ABC führt ein Papier-Stichwort „lose“, das den Altpapier-Weg nahelegt. Eine ausdrückliche Aussage zu Schredderschnipseln enthalten beide nicht; prüfen Sie daher die Regeln Ihrer Kommune.
Warum Schnipsel kritisch sind, schildert ein britisches Branchenportal anhand von Aussagen aus Sortieranlagen und Papiermühlen. Dort heißt es, geschreddertes Papier überstehe die Sortieranlage meist nicht, weil kleine Schnipsel von den Förderbändern fallen oder sich in der Mechanik verfangen. Zudem verkürze Schreddern die Faserlänge, und für hochwertiges Papier seien lange Fasern nötig. Die Berichte stammen aus Großbritannien und sind älter; sie lassen sich nicht ungeprüft auf deutsche Anlagen übertragen. Als Einordnung taugen sie dennoch: Je feiner der Schnitt, desto kürzer die Fasern und desto schwerer die Sortierung.
Im Praxisvergleich sind Streifen aus einem Streifenschnitt für die Sortierung gutmütiger als ein Partikelschnitt mit sehr kleinen Teilchen (redaktionelle Einschätzung). Die Sicherheitsstufe bestimmt, wie fein geschnitten wird; Hintergründe zu Partikelgrößen finden Sie im Glossar. Sensible Dokumente sollten Sie nicht aus Bequemlichkeit weniger fein vernichten, nur damit die Tonne sie besser verträgt.
Die Stuttgarter Zeitung nennt als Alternativen zur Altpapiertonne den Wertstoffhof für große Mengen und den Restmüll für sehr sensible Dokumente, weil dieser Müll verbrannt wird. Wie Sie Schredderabfall im Alltag handhaben, behandelt unser Ratgeber zum Entsorgen von geschreddertem Papier.
Tipp
Sammeln Sie Schnipsel im Auffangbehälter des Geräts und füllen Sie sie in eine Papiertüte oder einen Karton. So wehen sie bei der Leerung nicht davon, und der Entsorger sieht, dass es sich um Papier handelt. Kunststoffbeutel gehören nicht in die Altpapiertonne.
Bedrucktes Büropapier ist für den Kompost nur eingeschränkt geeignet und für die Biotonne nicht vorgesehen. Das Portal t-online führt bedrucktes Papier und Pappe unter den Dingen, die nicht auf den Kompost gehören. Zur Biotonne zitiert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein Gerichtsurteil zur Bioabfallverordnung: Papier dürfe nur in kleinen Mengen und, wenn es zertifiziert ist, zu getrennt erfassten Bioabfällen gegeben werden; für sich betrachtet gehöre Papier nicht zu den Bioabfällen.
Für den Hausgarten gilt eine eigene Abwägung. Unbedrucktes, unbeschichtetes Papier wie Eierkartons oder saubere Kartonreste ist als dünne Schicht zwischen feuchtem Grünschnitt unproblematisch. Bedrucktes Papier mit Toner oder Tinte würden wir nicht in den Gemüsegarten-Kompost geben (redaktionelle Empfehlung).
Zum Thema Tierstreu haben wir keine belastbare Quelle gefunden, die bedruckte Schredderschnipsel als Einstreu für Kleintiere freigibt. Wir raten deshalb davon ab: Druckfarben, Toner und die Hygiene der Einstreu lassen sich nicht kontrollieren. Wenn Sie Papier als Einstreu verwenden möchten, greifen Sie zu eigens dafür hergestellter Papier-Einstreu aus dem Fachhandel.
Wer vertrauliche Unterlagen vernichtet, sollte außerdem die Vorgaben zur DSGVO-konformen Vernichtung kennen. Der Weg vom Papier zum Schnipsel ist erst dann abgeschlossen, wenn die Schnipsel entsorgt sind.
In vielen Kommunen ja, solange es unbeschichtetes Papier ist. Die Schnipsel machen die Sortierung aber schwerer, deshalb sammeln Sie sie am besten in einer Papiertüte oder einem Karton. Sehr sensible Dokumente können Sie auch in den Restmüll geben, weil dieser verbrannt wird.
Thermopapier enthält laut Umweltbundesamt etwa 0,5 bis 3 Prozent Farbentwickler, häufig Bisphenol A oder Ersatzstoffe. Diese Stoffe können sich im Recycling verteilen und über Hygienepapiere zurück zu den Verbrauchern gelangen. Das UBA empfiehlt deshalb, alle Thermopapiere im Restmüll zu entsorgen.
Laut Umweltbundesamt liegt die Altpapierrücklaufquote bei 78,2 Prozent des Verbrauchs. Die Papierindustrie setzt rund 84 Prozent Altpapier bei der Produktion ein. Ein Rest an Frischfasern, mindestens rund 20 Prozent, bleibt notwendig, weil Fasern beim Recycling kürzer werden.
Unbedrucktes und unbeschichtetes Papier ist in kleinen Mengen auf dem Gartenkompost vertretbar. Bedrucktes Papier führt t-online unter den Dingen auf, die nicht auf den Kompost gehören, und die Biotonne ist für Papier nur als geringfügige Beigabe vorgesehen. Wir raten bei Büropapier mit Toner oder Tinte ab.
Verbundkartons wie Milch- und Saftpackungen kommen in die Gelbe Tonne beziehungsweise den Gelben Sack. Papiertaschentücher, Haushaltsrollen, Tapeten und Fotopapier gehören in den Restmüll, wie unter anderem Lizenzero und kommunale Merkblätter festhalten.