
Glossar
Materialklasse F: Filme und Mikrofilme
Mikrofilm und Mikrofiche verlangen eigene Stufen – denn auf einem winzigen Bild steckt eine ganze Seite.
Redaktion Aktenvernichter-Vergleich·Aktualisiert am ·So vergleichen wir
Definition
Die Materialklasse F gilt für Filme, vor allem Mikrofilme und Mikrofiches. Weil auf kleinster Fläche viel Information steckt, sind die Stufen F-1 bis F-7 strenger als bei Papier: von 160 mm² bei F-1 bis 0,2 mm² bei F-7.
Inhalt
Was bedeutet Materialklasse F?
Das F in DIN 66399 steht für Filme. Gemeint sind Mikroformen, in der Praxis meist Mikrofilm auf Rollen und Mikrofiche, also kleine Planfilme im Format 105 mm × 148 mm. Sie dienen der Archivierung: Wikipedia nennt eine Lebensdauer von bis zu 500 Jahren bei 21 °C und 50 Prozent Luftfeuchte. Genau das macht sie für die Vernichtung heikel. Ein Stück Film ist lesbar, wenn man es vergrößert.
Die Stufen F-1 bis F-7
| Stufe | Größte Fläche eines Teils |
|---|---|
| F-1 | 160 mm² |
| F-2 | 30 mm² |
| F-3 | 10 mm² |
| F-4 | 2,5 mm² |
| F-5 | 1,0 mm² |
| F-6 | 0,5 mm² |
| F-7 | 0,2 mm² |
Rechenbeispiel: Wie viele Teile ergibt ein Mikrofiche?
Ein Fiche im A6-Format misst 105 mm × 148 mm, also 15.540 mm². Die Mindestzahl der Stücke ergibt sich aus Fläche geteilt durch erlaubte Teilfläche:
| Stufe | Rechnung | Mindestens |
|---|---|---|
| F-1 | 15.540 ÷ 160 | 98 Teile |
| F-3 | 15.540 ÷ 10 | 1.554 Teile |
| F-4 | 15.540 ÷ 2,5 | 6.216 Teile |
| F-5 | 15.540 ÷ 1,0 | 15.540 Teile |
Zum Vergleich: Ein A4-Blatt in P-5 ergibt rund 2.080 Teile. Ein Fiche in F-4 liefert mit 6.216 Teilen fast dreimal so viele, obwohl es nur etwa ein Viertel der Fläche eines A4-Blatts hat.
Formate im Überblick
| Format | Maße oder Breite | Hinweis |
|---|---|---|
| Mikrofiche | 105 mm × 148 mm (A6) | verbreitetstes Format |
| Rollfilm | 16 mm und 35 mm Breite | auf Spulen oder in Kassetten |
| Filmkarte | Lochkarte mit 35-mm-Bild | eingeklebtes Mikrofilmbild |
Die Verkleinerungsfaktoren reichen bei 16-mm-Film von 1:20 bis 1:96 und bei 35-mm-Film von 1:7,5 bis 1:29,7. Je stärker die Verkleinerung, desto mehr Seiteninhalt liegt auf jedem Quadratmillimeter, und desto feiner muss geschnitten werden.
Warum Film überhaupt vernichtet wird
Mikrofilm diente lange der Archivierung gesetzlich vorgeschriebener Geschäftsunterlagen: Wikipedia berichtet, dass solche Unterlagen bis zur Verfügbarkeit digitaler Archivsysteme überwiegend per COM auf Mikrofiche abgelegt wurden. Heute landet ein Teil davon in einer hybriden Archivierung, parallel zum digitalen Bestand. Wer Alt-Archive auflöst, steht daher vor zwei Fragen: Sind die Fristen abgelaufen, und gibt es eine digitale Kopie? Erst wenn beides geklärt ist, kommt die Vernichtung nach Stufe F in Betracht.
Worauf Sie achten sollten
- Wenn Sie Archivfilme besitzen, fragen Sie zuerst, ob die Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Film ist für lange Haltbarkeit gemacht.
- Wenn Sie vertrauliche Inhalte vernichten, wählen Sie mindestens eine Stufe, die dem Schutzbedarf entspricht.
- Wenn Sie nur wenige Filme haben, ist die Abgabe an einen Dienstleister meist sinnvoller als ein eigenes Gerät. Nachweise liefert dort das Vernichtungsprotokoll.
Haushaltsgeräte nennen diese Stufen in der Regel nicht. Wer ein Hochsicherheitsgerät sucht, sollte bei Hochsicherheits-Aktenvernichtern nachlesen, ob die Film-Klasse dort ausdrücklich genannt ist. Mehr zu Anbietern gibt der Magazinbeitrag Aktenvernichtung per Dienstleister.
Häufige Fragen
Warum sind Filmstufen so streng?
Ein Mikrofilm bildet eine ganze Seite auf kleinster Fläche ab. Ein einzelnes Stück Film kann deshalb mehr Text enthalten als ein großes Papierstück. Die Norm verlangt darum kleinere Bruchstücke.
Kann ich Mikrofilm im Haushaltsgerät vernichten?
In der Regel nicht. Haushalts-Schredder sind auf Papier ausgelegt. Für Film greifen Sie zu einem Dienstleister, der nach DIN 66399 arbeitet; Hinweise stehen im Magazinbeitrag zu Dienstleistern.
Welche Formate gibt es?
Wikipedia nennt Mikrofiche im Format 105 mm × 148 mm, Rollfilme mit 16 und 35 mm Breite sowie Filmkarten mit eingeklebtem 35-mm-Bild.



